Die Arbeit mit Menschen ist entscheidend geprägt vom Welt- und Menschenbild sowohl des Beraters / Lehrers / Therapeuten / Supervisors / Coaches als auch des Klienten / der Klientin. Welche Annahmen und Überzeugungen tragen die jeweiligen Menschen in sich? Sie bilden den Rahmen und nur das, was in diesem Rahmen geschehen kann, wird auch geschehen. Dies ist die Prämisse einer jeden Arbeit und es ist ausgesprochen wichtig, sich dessen bewusst zu sein. Nur was in unserem Bewusstsein existiert, kann sich auch zeigen. Religionen, Lebens-Philosophien, vorhandenes Wissen, … bieten Raum und Grenzen für das, was sich zeigen will und mag.
Einer meiner Lehrer sagte stets: „Vergessen Sie nie: Mediziner sehen alles medizinisch, Theologen sehen alles theologisch und Psychologen sehen alles psychologisch!“ Diese Liste lässt sich natürlich unendlich fortsetzen.
Je nachdem mit welcher Brille wir auf ein Phänomen schauen, entdecken wir sehr unterschiedliche Dinge. Es kann hilfreich sein, öfter die Brille zu wechseln und die Bilder der unterschiedlichen Sichtweisen zusammenzufügen.
Das gleiche medizinische Phänomen sieht in den Augen eines westlichen Mediziners anders aus als in den Augen eines TCM-Praktizierenden, … Beide meinen Recht zu haben und haben es auch, innerhalb ihrer eigenen Weltsicht. Unser Bewusstsein aber erschafft die Realität, in der wir dann leben. Und wenn etwas in unserem Bewusstsein keinen Platz hat, dann kann es sich auch nicht zeigen. Diese Erkenntnis hat weitreichende Folgen. Die unheilbare Krankheit ist unheilbar, weil es in unserem Bewusstsein noch kein Heilmittel dafür gibt. Menschen mit einem anderen Bewusstseinsinhalt etwa Schamanen, sind manchmal in der Lage diese unheilbare Krankheit zu heilen, weil sie nicht wissen, dass sie unheilbar ist.
Dies ist ein zentrales Wissen und aus meiner Sicht essenziell in der Arbeit mit Menschen. Jede Weltsicht besteht aus gewissen Grundannahmen, die auf Erfahrungen beruhen, zugleich aber auch Erfahrungen kreieren, die diese Grundannahmen bestätigen.
Grundlage meiner Arbeit ist es zu wissen, dass jeder nur das sehen, tun, erleben, … kann, was in seinem eigenen Bewusstsein möglich ist. Und dass es verschiedene Bewusstseinszustände gibt und daher unterschiedliche sogenannte „Realitäten“.
Das, wozu wir „Ich“ sagen ist eine Ansammlung von Annahmen /Überzeugungen / Glaubenssätzen /… die wir aufgrund von Erfahrungen gesammelt haben und die wir für wahr halten. Wir erkennen diese Annahmen an Sätzen, die mit den Worten „Ich bin …“ beginnen. Danach folgen Eigenschaften, Berufe, Titel, …. Oft erleben wir genau diese „Selbstdefinitionen“ auch als unser Gefängnis. Jenseits davon ist unsere Seele, frei, …
Entscheidend in dieser Arbeit, wie ich sie anbiete, ist, dass unsere wahre Natur jenseits dieses „Ichs“ existiert und wir Zugang dazu bekommen können. Gelingt uns dies, so ist unser Leben erfüllter, weiter, voller, reicher, …
Meine Arbeit zielt stets darauf ab, mit der eigenen Seele wieder in Kontakt zu kommen und von dorther das Leben zu leben. Dazu bediene ich mich der Methoden, die ich in den letzten 30 Jahren in meiner Arbeit gesammelt habe und die mir hilfreich dafür erscheinen.
Und ich gehe mit der psychoanalytischen Aussage, dass das Besondere am Unbewussten ist, dass es unbewusst ist. Was bedeutet, dass ich die eigene Brille, durch die ich schaue, nicht erkennen kann, bis ich nicht in den Spiegel schaue, den ich wiederum auch nur durch die eigene Brille sehen kann.